Ein weiterer Schwerpunkt liegt im stofflichen Recycling. Das Volkswagen-Werk Wolfsburg hat ein geschlossenes Recyclingsystem für Gussschrott entwickelt und die Metallrückgewinnungsrate von 10 % auf 40 % erhöht. Dies reduziert nicht nur die Rohstoffkosten, sondern minimiert auch die Herausforderungen bei der Abfallentsorgung. Für nicht tragende Bauteile sind biobasierte Gussmaterialien wie Lignin-basierte Verbundwerkstoffe auf dem Vormarsch – Porsche hat diese Materialien in Macan-Modellformen integriert, deren Festigkeit jedoch derzeit nur 60 % der herkömmlichen Materialien erreicht.
Auch Wasserschutztechnologien zeigen Wirkung. Die Präzisionsgussanlage von Toyota in Nagoya nutzt zur Kühlung ein Meerwasserentsalzungssystem, wodurch der Frischwasserverbrauch um 80 % gesenkt und jährlich 4,2 Millionen US-Dollar an Wasserkosten eingespart werden. Energieeffiziente Schmelzöfen, die mit Wärmerückgewinnungssystemen ausgestattet sind, sind in neuen Gießereien zum Standard geworden. BMW meldet eine Reduzierung des Energieverbrauchs beim Gießen von Motorblöcken um 60 %. Mit zunehmender CO2-Bepreisung wandeln sich umweltfreundliche Präzisionsgusstechnologien von Wettbewerbsvorteilen zu geschäftlichen Notwendigkeiten.
